Praxis: futaba T8FG im Test
Für ein futaba Produkt war die T8FG sehr schnell nach ihrer Vorstellung bereits lieferbar. Wir haben ein Exemplar mal etwas genauer unter die Lupe genommen und für Euch einem Praxis – Test unterzogen.
Die T8FG ist etwas schwierig einzustufen, liegt sie doch mit ihren 10 Kanälen (8 Proportional- und 2 Schaltkanäle) etwas unter der FF-10 aber mit Ihrer Software Ausstattung und damit ihren Möglichkeiten näher an der T-12FG. Auch die Bezeichnung T8FG und ihre optische Erscheinung stellt die Nähe zur Oberklasse heraus. Wie es dann in der Praxis aussieht lest Ihr hier:
Das herunterbeten der technischen Daten erparen wir uns mal denn die könnt Ihr hier nachlesen. Das Set mit der robbe Bestellnummer F7035 kommt vollständig: enthalten ist ein NiMH Senderakku mit 6 Zellen und 1700mAh, ein Empfänger R6008HS, ein Ladegerät für Sender- und Empfängerakku (einfacher Steckdosenlader ohne Abschaltung), ein Schalterkabel und unserem Set lag noch ein einfacher Nackengurt bei. Nach dem Aufladen des Akkus kann es auch schon los gehen. Die Anleitung (Download als PDF 8,4MB hier) ist noch recht übersichtlich und erklärt zwar sämtliche Funktionen aber dem Neueinsteiger fehlt eine Beispiel – Programmierung eines kompletten Modells. Diese sind z.B. für die T12FG im Servicecenter bei robbe zu bekommen. Sollte hier etwas für die T8FG folgen informieren wir natürlich darüber.
Das Gehäuse macht mit den silbernen Applikationen einen hochwertigen Eindruck dem die Haptik nicht ganz folgen kann, der Kunststoff ist sehr anfällig für Kratzer genau wie z.B. bei der T12FG. Der im Vergleich kleine Sender liegt sehr gut in der Hand und alle Geber bis auf die seitlichen Schieber (dazu später mehr) sind gut zu erreichen. Als reiner 2,4GHz Sender ist die kurze Antenne fest mit dem Sender verbunden, eine Öffnung für Sender Module gibt es nicht. Das beleuchtete Display ist sehr gut ablesbar aber die auffälligste Neuerung ist wohl der ‘Cap Touch’ genannte Geber für die Eingabe ähnlich eines 3D Hot-Keys. Von den robbe Ladegeräten zwar schon bekannt ist dies an einem Sender neu. Die Navigation und Eingabe erfolgt damit recht genau, aber es kommt immer wieder zu Sprüngen und die Eingabe erfolgt nicht präzise den Bewegungen auf dem Touch – Feld. Hier mag man aber auch von der Eingabe z.B. auf einem iphone zu sehr verwöhnt sein. Wichtige Menüs erreicht man direkt über den Touch Cap. Z.B. einfaches Drücken zeigt die Stoppuhren in größerer Darstellung an.
Etwas entäuscht waren wir von den neuen Knüppelaggregaten die ja sogar mit ‘spezielle Präzisions-Kreuzsteuerknüppel mit besonders weichem Null-Durchgang’ beworben werden. Standardmäßig kommt der Sender im Mode 2 (Gas links), der rechte Knüppel hat auch in der Tat eine etwas weicheren Null-Durchgang als z.B. die der FF-10 aber die Bremse für das Gas bzw. die Standardmäßig verbaute Ratsche ist im Heli Betrieb ungeeignet da viel zu Hart. Der ganze Sender vibriert bei Betätigung des Gas wie eine Plastikschachtel. Durch den Einsatz der beiliegenden Bremsfeder wird das ganze etwas weicher aber leider nicht wirklich einstellbar da man die Vorspannung der Bremsfeder nur durch verbiegen der selben einstellen kann. Wir haben uns dafür entschieden die Feder komplett weg zu lassen da wir bei allen Sendern das Gas bzw. den Pitch als wichtigste Funktion beim Heli sowieso sehr weich (nahezu ohne Wiederstand) eingestellt haben. An das Steuergefühl einer T12FG oder gar T14 kommen sie aber bei weitem nicht heran.
Softwareupdates können mit Hilfe einer normalen SD Speicherkarte selber durch geführt werden. Vor allem aber lässt sich damit der Modellspeicher (20 Speicherplätze) nahezu unendlich erweitern und auch eine Datensicherung der Modellspeicher durchführen. Schön das man sich hier endlich von den proprietären CAM PAC Modulen verabschiedet hat.
Zur den inneren Werten: klickt man sich durch die Menü Struktur fällt sofort auf das die Software an die größeren Schwestern T12FG und T14MZ angelehnt ist. Kennt man diese Sender ist die T8FG Software sofort zu durchschauen da in der Bedienung fast gleich. Umsteiger von FF-7 oder FF-9 müssen sich erst an die neue Struktur gewöhnen. Sie ist klarer und übersichtlicher als bei den kleineren Sendern bietet aber eben auch mehr Möglichkeiten in denen man sich schnell verlieren kann.
Es gibt 3 Grund Menüs: System (alle Sender spez. Einstellungen), Basis Menü (alle Modell Gundeinstellungen wie z.B. Servolaufrichtung) und das Modell Menü (modellbezogene Einstellungen wie z.B. DualRate, Pitchkurven, Kreisel etc).
Im System Menü werden gundlegende Einstellungen getätigt:
Im Basis Menü grundlegende Modelleinstellungen:
U.a. können mit der Einstellung ‘Funktion’ alle Geber und Trimmgeber frei zugeordnet werden. Auch die Kanalreihenfolge am Empfänger kann völlig frei gewählt werden.
Der für die heute übliche elektronische Taumelscheibenmischung erfoderliche Taumelscheibenmischer (es werden alle z.Z. üblichen Anlenkungen unterstützt, 90°, 120°, 140°) lässt sich wie bei den größeren Sendern nicht nur in seinen Mischanteilen beinflussen sondern völlig frei einstellen:
Um es gleich vorweg zu nehmen: in der Praxis konnten wir keine Abweichungen am Modell bemerken wie dies z.B. bei einigen anderen Sendern der Fall ist. Der Taumelscheibenmischer läuft insb. im HS Modus des R6008HS und 3 BLS451 an der Taumelscheine extrem präzise und ohne jede bemerkbare Verzögerung zwischen den Kanälen. Die Taumelscheibe läuft sehr präzise und gleichmäßig, egal ob bei schnellen oder langsamen Bewegungen.
Eine Besonderheit ist der Taumelscheibenring (cyclic pitch ring) der hier elektronisch realisiert und damit auch für Piloten von Vorteil die die Roll und Nick Funktion auf getrennten Knüppelaggregaten fliegen:
Er begrenzt den zyklischen Ausschlag an der Taumelscheibe bei gleichzeitiger Betätigung von Roll und Nick ohne dabei die Wege der einzelnen Funktionen zu reduzieren. Die Ausschläge für Roll und Nick können somit größer ausfallen ohne das die Taumelscheibe gefahr läuft zu blockieren wenn man Roll und Nick gleichzeitig betätigt.
Eine Servoanzeige darf natürlich auch nicht fehlen:
Es stehen insgesamt 5 Flugzustände zur Verfügung die auf beliebige Schalter gelegt werden können:
Verzögerungen können für jeden Funtion getrennt eingestellt werden, insb. interssant bei Verbrenner Helis ohne Drehzahlregler:
Natürlich können einmal erstellte Flugphasen als Basis zur Anpassung auch kopiert werden:
Die Gas- und Pitchkurven verfügen über 5 Punkte und werden in Zahlen als auch grafisch dargestellt:
Die Pitch- und Gaskurven Trimmung lässt sich wie bei der T12FG mit einem Geber (z.B. LD oder RD) im Flug beeinflussen:
Ein Gaslimiter wie z.B. bei der T12FG fehlt derzeit leider noch. Aber Software Updates können ja wie schon erwähnt selber eingespielt werden (so denn welche zur Verfügung stehen).
Eine Besonderheit ist der Einstellbare Taumelscheiben – Mischer:
Auch wenn das wohl eher für die F3C und Scale Fraktion (virtuelle Taumelscheibendrehung) interessant sein dürfte.
Damit genug über die Software (die Kreisel und Drehzahlregler Einstellungen sind sehr umfangreich und würden Rahmen hier sprengen, Details können in der Anleitung nachgelesen werden) und raus zum Fliegen.
Ein neues Modell, vor allem wenn es schon mechanisch sauber eingestellt ist, ist sehr schnell auf den Sender programmiert. Bis auf gelegentliches ‘Überdrehen’ des Touch Cap findet man sich sehr schnell in den Menüs zurecht. Wir benutzen grundsätzlich 4 Flugphasen: Norm zum Starten des Motors und Schweben bzw. beim elektro Modell zum anstecken des Akkus, Idle 1 mit Rundflugdrehzahl, Idle 2 mit 3D Drehzahl und Autorotation. Alle Phasen mit einer linearen Pitchkurve aber unterschiedlichen Gaskurven.
Als Modelle dienten uns ein Align T-Rex 700 mit 3 x BLS451, Spartan DS760 mit BLS251, OS91Hz mit Hatori 939 und Drehzahlregler RCE-G600 sowie ein Align T-Rex 450 Pro in der Super Combo Ausstattung als elektro Heli.
Und hier zeigte sich auch der einzige wirkliche Kritikpunkt an der T8FG:
Die hinteren beiden Schieber dienen uns z.B. an der T12FG als Gaslimiter (hier Softwaretechnisch nicht möglich) und um während des Fluges die Drehzahl noch verändern zu können. Dazu ist die Mischfunktion zwar vorhanden aber die Schieber sind so schwer zu betätigen und der Hebel derartig kurz das eine Bedienung im Flug praktisch ausgeschlossen ist. Die beiden Schieber sind damit eigentlich völlig nutzlos. Auch wenn das Modell am Boden steht ist eine feinfühlige Betätigung nicht wirklich möglich.
Wie zu erwarten zeigten sich keine Auffälligkeiten im Betrieb. Der Reichweitentest verlief positiv und im Flug war zur größeren Schwester T12FG kein Unterschied festzustellen. Da keine Übertragung zu einem externen HF Modul erfolgt kann es sogar möglich sein das der Sender schneller ist und damit im Ansprechverhalten zur FF-10 aufschliesst. Unserem fliegerischen Können erschliesst sich das aber leider nicht. Wo zwischen 35 Mhz zu 2,4 GHz noch ein deutlich spürbarer Unterschied in der Übertragungsgeschwindigkeit zu bemerken war verwischen die kleinen Unterschiede zwischen den reinen 2,4 GHz Sendern. Der Senderakku hält ein ganzes Flugwochende locker durch was aber auch dem geringen Stromverbrauch des Senders zu danken ist. Leider hat er ein sehr hohe Selbstentladung von ca. 50mAh pro Tag (!) so das nach einer Woche der Nichtbenutzung nachgeladen werden sollte. Aber es lassen sich ja auch kleine 2S LiPo Akkus verwenden da hier die gleiche Spannung anliegt.
Für wen ist der Sender?
Für alle die etwas mehr wollen aber eben nicht 1000 Euro für einen Sender ausgeben möchten, alle die Ihren Sender frei programmieren möchten. Den ambizionierten Neueinsteiger dem eine FF-7 zu klein ist weil er sich intesiv mit dem Hobby beschäftigen möchte oder auch dem Profi dem eine T14MZ oder T12FG zu Umfangreich ist oder auch als kleinen Zweitsender der fast alle Mögichkeiten der größeren Schwestern bieten. Der Verzicht auf 35 MHz stellt mittlerweile keinen Nachteil mehr dar und das futaba FASST System hat sich als extrem zuverlässig erwiesen.
Der Sender übertrifft mit seiner Software und deren Möglichkeiten eine FF-10, kommt aber in der Freiheit der Programmierung und Umfang nicht an eine T12FG heran. Vor allem die Hardware, hier die Knüppelaggregate, stehen doch hinter den deutlich teureren Sendern zurück.
positiv:
- optische Erscheinung
- umfangreiche, einfach zu bedienende Software angelehnt an T12FG, T14MZ
- gut ablesbares, beleuchtetes Display
- 2 Stoppuhren
- vollständig ausgebaut mit 3 Stufen Schaltern
- leicht, liegt sehr gut in der Hand
- SD Karten Slot als Speichererweiterung und für Softwareupdates
negativ:
- sehr kratzempfindliches Gehäuse
- Knüppelaggregate halten nicht das was sie versprechen
- Senderakku mit hoher Selbstenladung
- in der Praxis nicht benutzbare seitliche Schieber
Der Sender erhält von uns eine klare rc-heli-tutoral kaufempfehlung.






