Erste Erfahrungen mit dem Graupner IFS- System 2,4 GHz
Nachdem das Wetter wieder etwas besser geworden ist (zwar saukalt…brr) bin ich heute endlich dazu gekommen ein paar Flüge mit meinem Sceadu zu machen. Außerdem haben wir uns noch bei der Luftaufsicht erkundigt ob unsere Platzzulassung überhaupt 2,4 GHz zulässt. Tut sie.
Der Empfänger befindet sich vorne auf einer kleinen Plattform auf der auch vorher der eingesetzte smc-20DSCAN seinen Platz fand. Die kleine GFK Platte ist auf vier Silikonschlauchstücken mechanisch und elektrisch vom eigentlichen Chassis entkoppelt. Dies soll vor allem Vibrationen vom Empfänger fern halten, das kann ich beim Einsatz von SCAN Empfängern nur wärmstens empfehlen. Zudem hat der Sceadu auch noch gleich die passenden Bohrungen vorne im Chassis drin so dass man nur ein kleines GFK Plättchen schneiden muss.
Die Empfängerantenne hat zur Haube immer noch gute 10 mm Luft.
Etwas unglücklich finde ich die doch recht enge Stiftsockelleiste die bei den aktuellen Empfängern auch noch nach oben steht. Die mit Anschluss waagerecht werden erst noch folgen. Es geht dann schon recht eng zu da die Abstände nicht 100% zu den Graupner Servosteckern passen und es wird etwas fummelig alle Stecker einzustecken.
Es sind alle 10 Servosteckplätze belegt.
Kanal 1 = Pitch
Kanal 2 = Roll
Kanal 3 = Nick
Kanal 4 = Kreisel / Heck
Kanal 5 = Versorgungsspannung (direkt neben dem Heckanschluss)
Kanal 6 = Gas
Kanal 7 = Kreiselempfindlichkeit
Kanal 8 = Drehzahlregler
Kanal 9 = Akkuwächter / Störungszähler
Kanal 10 = Versorgungsspannung
Dafür bleibt der BATT Anschluss frei.
Die Mechanik:
Der Sender ist schnell umgerüstet und sieht danach nicht anders aus:
Beim 10 Kanal Empfänger XR-20 muss die Sendermodulation auf PPM24 umgestellt werden und die normale Sendeantenne muss entfernt werden, sonst gibt es hier nichts weiter zu beachten.
Das Bindig von Sender und Empfänger ist auch sehr schnell erledigt. Sendemodul und Empfänger zeigen durch eine grün leuchtende LED die stehende Verbindung an.
Etwas komplizierter ist die Einstellung von Fail-Safe und Hold da dies am Empfänger (über den Sender geht ja nicht mehr wegen der PPM Modulation) geschehen muss und man für jeden Kanal getrennt festlegen kann ob Hold oder Fail-Safe (Standard: Hold nach 3s).
Ich habe zunächst nur den Kanal 6 (Gas) auf Fail-Safe gestellt und alle anderen Kanäle auf Hold gelassen.
Dann muss noch die Fail-Safe Position eingestellt werden. Dazu schaltet man den Sender ein (während anderer Einstellarbeiten am Empfänger muss er ausgeschaltet sein!) und bringt die Knüppel in die Position die man im Fail-Safe haben will, hier: Motor auf Leerlauf.
Dann schaltet man den Empfänger ein und drück die Set Taste am Empfänger bis die LED erlischt und es werden die aktuellen Positionen übernommen und dauerhaft gespeichert.
Eine anschließende Überprüfung (Sender aus geschaltet) zeigt dass das Gasservo exakt nach 3 s auf Leerlauf fährt.
Jetzt folgt der in der Anleitung beschrieben Reichweitentest mit abgeschraubter Sendeantenne und gedrückter Set Taste am HF Modul. 15 m im Kreis um das Modell herum ist kein Problem. Den Heli habe ich zudem noch möglichst ungünstig gestellt so das die Nase von mir weg zeigt und die komplette Mechanik zwischen Sender und Empfängerantenne liegt. Dann entferne ich mich weiter weg und nach ziemlich genau 60 Metern beginnen die ersten Aussetzer.
Wenn ich mich dann umdrehe und den Sender vom Modell weg halte mit mir dazwischen ist komplett Schluss (Fail-Safe).
Nach Aufschrauben der Sendeantenne aber immer noch mit gedrückter Set Taste am HF-Modul ist die Verbindung sofort wieder da und ich laufe noch weiter bis zum Platzende (ca. 170m) bei voller Kontrolle.
Das reicht mir.
Also Motor an und fliegen.
Sehr ungewohnt ist das Halten des Senders da ich ohne Gurt fliege und den Sender nur in der Hand halte, es fehlt einfach die alte Sendeantenne als Gewicht. Der Sender will immer nach hinten kippen.
Nachdem ich den Motor gestartet hab trage ich das Modell raus auf den Platz…….ups…..: der obligatorische Griff zur Antenne um diese raus zu ziehen geht in’s Leere. Ach ja richtig, da war doch was.
Noch mal alle Funktionen überprüfen und dann Drehzahl hochfahren. Nach dem ersten Einschweben fliege ich ein paar langsame Pirouetten links und rechts herum. Bisher kein Problem, also umschalten in die zweite Flugphase (etwas mehr Drehzahl) und ich lasse den Heli nach rechts weg den Platz runter fliegen. Ca. 5 m hoch. Am Platzende Kurve und zurück im Tiefflug über den Platz. Linkskurve am anderen Ende. Geht auch.
Also 3te Flugphase mit 2000 U/min und 3D Pitchkurve. Zunächst einen weit hoch gezogenen Turn, Rolle, Looping, Speedflug. Geht alles.
Nur der Sender zieht irgendwie nach hinten. Nachdem der Tank dann fast leer ist Steigflug zur Autorotation. Alles wie gewohnt.
Ings. habe ich so 4 Flüge durchgeführt ohne irgendeine Störung oder Hold oder sonstiges zu bemerken. Dabei bin ich ca. 450 m von mir weg geflogen (nachgemessen mit Google Earth) und hatte denkbar ungeeignete Positionen rel. zur Empfängerantenne. Die Sendeantenne habe ich immer längs zum Platz gehalten, gerade am Sender ausgerichtet.
Ja, es war kalt, nur 5°C, die Mütze sieht doof aus aber hält warm.
Fazit: bisher hat es problemlos funktioniert. Subjektiv habe ich den Eindruck, insbesondere beim Präzisionssschweben und langsam geflogenen Pirouetten dass das Modell ‘direkter’ an den Knüppeln hängt und die Steuerkommandos etwas zackiger kommen. Das kann aber auch noch täuschen.
Zu Haus noch auf dem Trockendock steht ein T-Rex 600 mit csm CyClock1, dabei ist es unmöglich mit dem IFS System an den Knüppeln schneller als die Servos zu sein. Die Bewegung wird absolut Verzögerungsfrei umgesetzt. Ein direkter Vergleich zu SPCM und dem Senderinternen 120° Mischer ist erschreckend: furchtbar langsam und ungenau (liegt aber vor allem am CyClock 1, der Senderinterne 120° Mischer ist wirklich sehr viel schlechter).
Für mich bleibt zumindest heute ein positives Ergebnis stehen. Denn das IFS System hat so wie erwartet funktioniert. Fehler, Störungen oder Probleme sind nicht aufgetreten. Die Programmierung des Empfängers erfordert etwas Übung und Zeit. Ansonsten ist die Benutzung sehr einfach und ein MX-22 Sender in wenigen Sekunden umgerüstet.
Parallel zu meinen Flügen haben wir das IFS -System auch in einem Acrobat Shark von Stefan Plöchinger eingebaut und rcc Teampilot Raphael Schäfer hat das System bereits ausgiebig geflogen. Bisher gibt es auch hier nur positives zu berichten. Trotz der sehr hohen durchgesetzten Leistung von 4 kW und der CFK Mechanik mit viel Alu und einem in CFK Platten eingepackten Akku gibt es keinerlei Probleme. Der Reichweitentest ergibt auch hier ca. 60 m. In der Nähe befand sich ein Mobilfunkumsetzer der bei PPM und SPCM schon so manche Störung verursacht hat.
Jörg Rautenstrauch













